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Bedeutungswandel von Ethnizität unter dem Einfluss von Globalisierung : die rumänische Dobrudscha als Beispiel / Josef Sallanz. - Potsdam : Univ.-Verl., 2007. - 345 S. : graph. Darst., Kt.
(Potsdamer geographische Forschungen ; 26)
Zugl.: Potsdam, Univ., Diss., 2007
ISSN 0940-9688
ISBN 978-3-939469-81-0
Preis: 16,00 €    (Bezugsinformationen)

Auf dem Publikationsserver der Universität unter:
http://opus.kobv.de/ubp/texte_eingeschraenkt_verlag/2009/3433/

Abstract:

Die Untersuchung widmet sich der aktuellen Bedeutung von Ethnizität im ländlichen Raum der rumänischen Dobrudscha unter dem Einfluss der politischen und ökonomischen Dimension von Globalisierung. Im Mittelpunkt der Betrachtung von Ethnizität stehen die Aspekte von Inklusion und Exklusion sowie Selbst- und Fremdbeschreibung, die dem sozialen Wandel unterliegen.
Mit einem Überblick über die Geschichte der räumlich, wirtschaftlich und sozial peripheren Untersuchungsregion Dobrudscha und der ausgewählten Minderheitengruppen wird die Entwicklung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung in der Region dargestellt. Als Fallbeispiele werden sechs Minderheitengruppen gewählt: Aromunen, Roma, russische Lipowaner, Tataren, Türken und Ukrainer.
Zentrales Element der Studie bilden qualitative Interviews mit professionellen Beobachtern und Akteuren einerseits, die selbst Einfluss auf die soziale Bedeutung von Ethnizität nehmen, und andererseits mit Einwohnern in 15 ausgewählten Untersuchungsorten in der Dobrudscha. Die erhobenen Daten werden mit Blick auf die soziale Rolle von Ethnizität anhand von drei Faktorengruppen ausgewertet: Globalisierung der Ökonomie, Minderheiten- und Kulturpolitik sowie internationale Beziehungen. Auf dieser Grundlage wird die regionale und lokale Bedeutung ethnischer Kategorisierungen analysiert, um die Wahrnehmung und Bewertung ethnischer Zuordnungen im örtlichen Lebensumfeld zu erfassen.


Rezensionen

Stefan Ihrig, Südosteuropa Mitteilungen, Heft 1/2009
„Die vielen Gruppen und Fragestellungen, denen sich Sallanz in seiner Studie widmet, verleihen ihr teilweise handbuchartigen Charakter. Die Arbeit bietet einen panoramaartigen Überblick über die Dobrudscha, ihre Minderheiten und deren Probleme in einer sich verändernden Welt – ein Überblick, der sich vortrefflich als Ausgangspunkt für weitere Forschungen zur Dobrudscha eignet."

Zsolt Bottlik, Geographische Runschau, Heft 11/2009
"Der Autor dieses Buches, Josef Sallanz, der bereits mehrere Beiträge und Bücher zu diesem Thema verfasst hat, kann ruhigen Gewissens als Experte in diesem Bereich betrachtet werden. (...) So wendet sich das Buch nicht nur an den Humangeographen, Demographen oder Historiker, sondern kann allen empfohlen werden, die sich für ethnische Raumprozesse oder einfach für das untersuchte Gebiet interessieren."

Johann-Bernhard Haversath, Erdkunde, Heft 1/2008
„The study, exact in its details […], draws a fine picture. The predominantly regional and local examinations suggest that solutions to the problems must be found below the level of ethnical groups. Whether ethnic tourism in the Danube delta can really solve some of the problems will only be proved in the future – though scepticism may be conceded. Being hardly estimated in Romania these days, the multi-cultural potential of the region is barely known in other European countries either.”

Dietmar Müller, Kunstgeschichte, Volkskunde, Südost-Forschungen, Band 67/2008, S. 569-571
"Eingebettet in einen soliden historisch-geographischen, juristischen und sozio-ökonomischen Rahmen basiert der empirische Teil der Arbeit auf etwa 170 Interviews in 13 Gemeinden mit einfachen Mitgliedern sowie Experten aus den genanten Minderheitengruppen. Daraus ergibt siche eine beeindruckende Nahsicht auf die verschiedenen Lebenslagen der Minderhieten in der post-kommunistischen Dobrudscha."

Joachim Krauß, Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, Heft 1-2/2008
„Es handelt sich um eine lohnenswerte Lektüre zu Fragen der südosteuropäischen Gegenwart, die auch in der umfassenden Rezeption rumänischsprachiger Literatur und der kenntnisreichen Zusammenfassung der rumänischen Entwicklung auf politischem, ökonomischem und sozialem Gebiet seit 1989 begründet ist.“

Bagoly-Simó Péter, Revue des études sud-est européenes, Heft 1-4/2008
„Die Arbeit von Josef Sallanz füllt eine Wissenslücke über eine sehr beliebte Ferienregion des Landes, deren Wirtschaftslage und Demographie im rumänischen Alltag eher weniger wahrgenommen wird. Inklusion und Exklusion, Selbst- und Fremdbestimmung tragen dazu bei, dass kleine ethnische Minderheiten und zuweilen auch religiöse Minderheiten in einem unter dem Schirm der Globalisierung sich verschärfenden Homogenisierungsprozess, gegen den selbst einige der betroffenen Akteure wie die orthodoxe Kirche vehement gekämpft haben, eine Rumänisierung anstreben. Die Dissertation leistet einen entscheidenden Beitrag, indem sie nicht nur zu den ethnischen, sondern auch zu den religiösen Minderheiten Rumäniens aktuelle Informationen liefert. Durch die gewonnenen Erkenntnisse können die politischen Strategien größerer und kleinerer ethnischer Minderheiten Rumäniens nicht nur in einen nationalen Kontext, sondern in einen sich immer stärker globalisierenden regionalen und europäischen Rahmen eingeordnet werden.“

Ernst Steinicke, Geographica Helvetica, Heft 2/2008
"Die Studie von Sallanz ist gut strukturiert, nachvollziehbar, angenehm zu lesen, insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich mit Rumänien beschäftigen."


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