Universitätsverlag Potsdam

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Die Dobrudscha: Ethnische Minderheiten - Kulturlandschaft - Transformation : Ergebnisse eines Geländekurses des Instituts für Geographie der Universität Potsdam im Südosten Rumäniens / Josef Sallanz (Hrsg.). - 2., durchgesehene Aufl. - Potsdam : Univ.-Verl., 2005. - 155 S. : zahlr., z.T. farbige Abb.
(Praxis Kultur- und Sozialgeographie ; 35)
ISSN 0934-716X
ISBN 3-937786-76-7
Preis: 5,00 €    (Bezugsinformationen)

Auf dem Publikationsserver der Universität unter:
http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2007/1465/

Abstract:

Im Zuge des Transformations- und Globalisierungsprozesses in Rumänien kommt es in den letzten 15 Jahren zu einer Annäherung an westliche Lebensmuster und parallel dazu zu einer Binnendiversifizierung der Lebensverhältnisse. Allerdings wird das Land nicht flächendeckend von den internationalen ökonomischen Verflechtungen erfasst, sondern es lässt sich eine noch stärkere regionale Ausdifferenzierung als vor der Wende von 1989 beobachten. Traditionelle und moderne Gesellschaften leben nach wie vor nebeneinander. In vielen ländlichen Räumen Rumäniens, so besonders in der wirtschaftlich eher schwachen Dobrudscha, haben sich traditionelle Lebensweisen, Besitzstrukturen, Arbeitstechniken und Bewirtschaftungsformen bis in die heutige Zeit erhalten.
Im September 2004 wurden im Rahmen eines Geländekurses unter Berücksichtigung der Raum- und Minderheitenforschung sechs ausgewählte ethnische Minderheiten der Kulturlandschaft Dobrudscha, die in der wissenschaftlichen Literatur meist nur am Rande untersucht wird, während des noch laufenden Transformationsprozesses genauer betrachtet. Dabei wurde mit Hilfe von Experten- und Betroffenen-Interviews die ethnische, ökonomische, politische und kulturelle Situation in der Region dargestellt und analysiert. Karten, Tabellen und 50 Farbfotografien ergänzen den Band.


Rezensionen:

Annett Müller, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 16.12.2005
Die Interviews mit den Zeitzeugen und die Beobachtungsberichte der Studenten bestechen durch ihre Lebendigkeit und wirken wie ein Reiseführer. [...]
Die beiden anderen Teile des Heftbandes sind äußerst lesenswerte Exkurse in Historie und politische Gegenwart, die detailreiche Zusammenhänge über Region und Minderheiten liefern.

Hilke Gerdes: 20.01.2006
"Bis auf die Bukowina gibt es kaum eine andere Region in Rumänien, in der so viele verschiedene Ethnien und Nationalitäten lebten und teilweise heute noch leben: Türken, Tataren, Griechen, Armenier, russische Lipowaner, Aromunen, Ukrainer, Rumänen, Roma, Bulgaren und aus Russland eingewanderte Deutsche.
Mit Menschen einiger dieser Minderheiten haben junge Wissenschaftler der Universität Potsdam Interviews durchgeführt. Wie sich die Lebensbedingungen im Zuge der politischen Veränderungen gewandelt haben, wie die unterschiedlichen Ethnien miteinander auskommen, welche Perspektiven es für diese Region gibt, die bald eine Außengrenze der EU sein wird, ist in dem jüngst von Josef Sallanz im Universitätsverlag Potsdam herausgegebenen Band [...] spannend nachzulesen."

Stelu Serban, Revue des études sud-est européennes, 01.04.2006
"[...] L’ouvrage coordonné par Josef Sallanz représente, grâce à l’exactitude des données, une source importante pour des démarches qui se proposent l’approfondissement de certains sujets, tels les minorités de la Dobroudja ou le développement de l’économie locale."

Stefan Ihrig, Südosteuropa Mitteilungen, 05.06.2006
"Auch wenn der vorliegende Band auf viele Themen nur kursorisch eingehen kann, lässt er den Leser spüren, wie eine periphere Region Rumäniens von den Veränderungen im Land und in der Region seit 1989 betroffen ist und was die Menschen beschäftigt. Das Buch stellt überdies eine Reihe von Daten zur Verfügung, die solch diverse Felder wie die ethnische Zusammensetzung (teilweise mit historischer Entwicklung) der Region und einzelner Dörfer, die Geschichte der Region, einiger Dörfer und Gruppen (auch Legenden finden sich hier) und die sprachliche Situation in den Schulen abdecken.
Ergänzt wird dies durch interessante Fotografien zur Architektur, den Menschen und den Friedhöfen. Gerade die Gruppen der Lipowaner, der Türken und der Aromunen, die hier recht zentrale Rollen spielen, werden in der Forschung sonst kaum beachtet – neuere Veröffentlichungen zu ihnen lassen sich (fast) an einer Hand abzählen. [...]
Der Band stellt insofern eine Fundgrube dar, die darauf hinweist, dass die Region viel mehr Aufmerksamkeit von den Sozialwissenschaften verlangt und sowohl für sich selbst, als auch für den Vergleich überaus interessante Ergebnisse verspricht."

Erika Schneider, Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, Heft 1-2/2008
"Mit der Studie liegt ein gelungener Überblick über die Kulturlandschaft Dobrudscha und ihre ethnischen Minderheiten vor. Die kurze Beschreibung des Raumes und seiner historischen Entwicklung, die Exkursionsberichte, Interviews sowie die zusammenfassende Auswertung und Darstellung der Probleme, […], belegen das komplexe Wirkungsgefüge in den sozialen Strukturen der Dobrudscha und liefern Ansatzpunkte für eine Vielfalt weiterer Forschungen auf diesem Gebiet. Daher ist die Studie als Einstieg in den komplexen Landschafts- und Kulturraum der Dobrudscha oder zur Vertiefung ähnlicher Fragestellungen zu empfehlen."


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